Wertstrom-Engineering

Wertstrom-Engineering

... ist eine vom Fraunhofer IAO entwickelte Methode für effiziente und maßgefertigte Produktionsprozesse.
Mit dieser Methode können Unternehmen ihr Produktionssystem effizient und zugleich individuell gestalten. Einzel- und Kleinserienfertiger mit hoher Typen- und Variantenvielfalt können ihre Produktion mit klassischem Wertstromdesign nur schwer planen und optimieren. Das Vorgehen des Wertstrom-Engineerings hilft, alle Produktionsprozesse – vom Auftragseingang bis zur Auslieferung – zu optimieren und zu verketten. So verbessert sich nicht nur die Ablauforganisation, sondern auch die Liefertreue zum Kunden.

Wagen Sie den ersten Schritt. Wir unterstützen Sie gerne

Der Einstieg in das Wertstrom-Engineering ist einfach. Zugeschnitten auf Ihre unternehmensspezifische Problemstellung konzipieren wir eine Maßanfertigung für Ihr Projekt. Bitte setzen Sie sich unverbindlich telefonisch oder per E-Mail mit uns in Verbindung.

Gerne besuchen wir Sie in Ihrem Unternehmen, so dass wir Ihre Problemstellung genau analysieren und die Vorgehensweise konkret abstimmen können. Ein erster Besuch ist in der Regel kostenfrei.

Typische Projektkonstellationen sind:

 

Wertstrom-Engineering-Potenzialanalyse

 

Quick-Check mit der Wertstrom-Landkarte (ca. 1 Woche)
In einem etwa einwöchigen Kurzprojekt nehmen wir gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern die Ist-Abläufe im Unternehmen auf und dokumentieren sie in Form einer Wertstrom-Map. Die ausgereifte Analysemethodik ermittelt den aktuellen organisatorischen Engpass, also das Defizit, das die Leistungserstellung am stärksten behindert. Für diesen organisatorischen Engpass wird ein speziell auf das Unternehmen zugeschnittener Lösungsansatz aufgezeigt.

 

Planspiel Mechatronik-»LIFE!«

Lean-Training für das Management (3 Tage)
In einem zweitägigen Planspiel, das die gesamte Auftragsabwicklung und Fertigung (Büros, Produktion und Lager) abdeckt, erlebt das Management Ihres Unternehmens die Konzepte und die positiven Wirkungen der Lean-Production in der konkreten Anwendung. In einem Workshop am dritten Tag werden die neuen Erkenntnisse auf das eigene Unternehmen übertragen.

Segmentierungs-Workshop

Minimierung der Schnittstellen im Prozess (2 Tage)
Können die ständig steigenden Anforderungen der Kunden mit dem aktuellen Organigramm erfüllt werden? Ein ungeeigneter Zuschnitt der Bereiche und Teams ist eine häufige Ursache für intransparente Prozesse, unerklärliche Fehler und explodierende indirekte Kosten. In einem zweitägigen Workshop analysieren wir gemeinsam mit Ihrem Top-Management die aktuelle Aufbauorganisation und konzipieren Bereiche nach Prozessen und Produkten.

Umsetzungsprojekte

In beherrschbaren Schritten zum Erfolg (3 bis 9 Monate)
Projektziel ist die Erfüllung einer klar definierten Aufgabe. Für Ihre Planungssicherheit vereinbaren wir In der Regel vorab einen Festpreis. Die bewährten Planungshilfsmittel und die systematische Vorgehensweise des Wertstrom-Engineering gewährleisten eine schnelle, zuverlässige Umsetzung. Der Coaching-Ansatz bindet die Mitarbeiter aller Ebenen ein und erzeugt hohe Akzeptanz und Motivation. Nutzen Sie unsere Erfahrungen und Konzepte, die in zahlreichen Projekten mit erfolgreichen Referenz-Unternehmen erarbeitet wurden. Unsere besonderen Kompetenzen liegen in

  • der Reorganisation von Bereichen, um Abläufe in Fluss zu bringen,
  • der Fertigungssteuerung mit Kapazitätsregelung sowie
  • der Gestaltung von Montagesystemen und Materialversorgung.

 

Seminar: Wertstrom-Engineering

Schulung von Methoden und Vorgehen für Anwender (3 Tage)
Als Fall- und Projektbeispiel dient ein Referenzunternehmen, das mechatronische Produkte in vielen Ausführungen für unterschiedliche Märkte in Serien- und Einzelfertigung herstellt. Im Mittelpunkt steht die Abwicklung der Lager- und Sonderaufträge über die Bereiche Vertrieb, Materiallager, Fertigung, Komponentenlager, Montage und Versand. In unterschiedlich großen und kleinen Schritten wird die Übungsfirma von einem schwerfälligen, tayloristisch organisierten Betrieb zu einem flexiblen, am Wertstrom orientierten Unternehmen umgestaltet.

Die Teilnehmer setzen die im ersten Teil erarbeiteten Methoden zielgerichtet und praxisnah ein. Die Gesamtaufgabe des Wertstrom-Managements wird in logisch aufeinander aufbauende Teilprojekte zerlegt. In Gruppenarbeit anhand von Checklisten und Rechenschemas werden Lösungen erarbeitet und in der Übungsfirma unmittelbar umgesetzt. In einer Simulation werden diese Lösungen getestet und anschließend mit Kennzahlen wie Liefertreue, Durchlaufzeiten, Beständen, Kosten und Erträgen bewertet. Die zum Teil verblüffenden Auswirkungen werden anhand dieser Kennzahlen verglichen und im Team analysiert.

 

Seminar: Montagesystem-Auswahl

Finden Sie die geeignete Montage für Ihr Produkt (1 Tag)
Das Seminar gibt einen Überblick über die Vielfalt von manuellen und hybriden Montagekonzepten (wie U-Linie (Chaku-Chaku) und One-Set-Flow) und verdeutlicht die jeweiligen Stärken und Schwächen. Eine Auswahlsystematik unterstützt Sie bei der Auswahl des besten Systems, das zu Ihrem Produkt passt.

 

Studie: Wertschöpfung steigern

Vorteile

  • ist geeignet für mittelständische Unternehmen mit Einzel- und Kleinserienfertigung.
  • optimiert und verkettet alle Produktionsprozesse – vom Auftragseingang bis zur Auslieferung.
  • verbessert die Ablauforganisation Ihrer Produktion und Ihre Liefertreue zum Kunden.
  • minimiert Bestände und Durchlaufzeiten.
  • bindet die Mitarbeiter aus allen Ebenen Ihres Unternehmens ein und erzeugt so eine hohe Akzeptanz und Motivation.
  • gibt den Führungskräften und Experten Ihres Unternehmens entscheidende Impulse für das praktische Technologiemanagement.
  • basiert auf ausgereiften Planungshilfen und systematischen Schritten, die eine schnelle und zuverlässige Umsetzung gewährleisten.

Methodisches Vorgehen ist unsere Stärke

Der Methodenbaustein »Wertstrom-Landkarte« ermöglicht die Abläufe in der Produktion mit Material- und Informationsfluss übersichtlich darzustellen, zwischen wertschöpfenden und unterstützenden Prozessen zu unterscheiden und Ansatzpunkte zur Optimierung zu identifizieren. Erstellt wird eine »Landkarte« in Form von Zeichnungen, die den Material- und Informationsfluss vom Lieferanten über die Herstellung bis zum Kunden beschreibt und veranschaulicht. Darin enthalten sind außerdem Berechnungen der Durchlaufzeit und der wertschöpfenden Zeitanteile.

Analyse und Visualisierung der Geschäftsprozesse und Wertströme

  • Prozesslandkarte – Visualisierung von Wertströmen
  • Analyse der Durchlaufzeiten und Variantenbäume
  • Festlegen und Dimensionieren von Prozessregelkreisen
  • Kennzahlen im Zusammenhang mit Wertströmen

Wertstrom-Engineering: Methoden der Auftrags- und Materialsteuerung

  • Kombination von Symbolketten zu Regelprozessmodellen und Lieferketten
  • Lager, Puffer und Materialbereitstellung
  • Festlegen von Prozessregelkreisen
  • Push- und Pull-Systeme im Mix

Methoden des Wertstrom-Engineering bei variantenreicher Produktion

  • Produktion im Kundentakt (Just-in-Time)
  • Pull-on-Demand, KANBAN und Supermärkte
  • Ziehende Fertigung auch für Sonderprodukte
  • Just-in-Time und Kundenschnittstelle
  • Built-to-Order und Production-on-Demand
  • Prozessmuster für Auftragsbearbeitung und Produktkonfiguration
  • Logistik- und IT-Prozesse mit Kunden und Lieferanten
  • Methode für die Auswahl der geeigneten Montagestruktur
  • Fließprinzip: One-Piece-Flow, CONWIPs und FIFO-Puffer

In drei Phasen zur maßgefertigten Produktion:

1. Analysieren

Inhalte: Analyse aller Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette; Dokumentation des Ist-Zustandes; Aufzeigen von Engpässen und Schwachstellen in der Ablauforganisation
Ergebnis: Erstellen einer Wertstrom-Landkarte (Value-Stream-Map)

2. Optimieren

Inhalte: Workshop zur Erarbeitung von bereichsspezifischen Konzepten für die künftige Ablauforganisation; Entwicklung eines optimierten Soll-Zustandes zum effizienten Zusammenwirken aller Bereiche
Ergebnis: Erstellen eines von der Führungsmannschaft getragenen Plans und Umsetzungskonzepts

3. Realisieren

Inhalte: Durchführung von Strategie-Meetings; Umsetzung durch bewährte Planungshilfen und die systematische Vorgehensweise des Wertstrom-Engineerings; Erarbeitung von Leitlinien für die Gesamtausrichtung der Produktion und die Bewertung alternativer Konzepte
Ergebnis: Realisieren der erarbeiteten Konzepte mit allen Mitarbeitern

Der Mittelstand im Fokus

MBO, Oppenweiler

  • mittelständischer Maschinenbau mit Einzelfertigung
    • vollständiger Wertstrom vom Lieferanten bis zur Auslieferung
    • Prozessorganisation über Vertrieb, Entwicklung und AV
    • ungetaktete Fliessmontage nach dem Just-in-Time Prinzip
    • Standortoptimierung

Neugart, Kippenheim

  • mittelständischer Maschinenbauzulieferer mit Kleinserienfertigung
    • vollständiger Wertstrom vom Lieferanten bis zur Auslieferung
    • Segmentierung der Prozesse nach Produktgruppen
    • Anbindung der Fertigung über echtes Produktionskanban mit Supermarkt

Reuter, Alzenau

  • Kleiner mittelständischer Hersteller von Hochtechnologie-Komponenten mit Einzel- und Kleinserienfertigung
    • Wertstrom vom Lieferanten bis zur Auslieferung
    • Segmentierung der Prozesse hin zu kundennahen, hochautonomen Teams
    • Optimierung von Arbeitsplätzen, Steuerung und Materialbereitstellung
    • Erschließung neuer Märkte und Einführung neuer Technologien

Carl-Stahl, Süssen

  • Mittelständischer Hersteller und Händler von Werkzeugen mit Einzel- und Kleinserienfertigung
    • Wertstrom vom Lieferanten bis zur Auslieferung für alle Produktgruppen
    • Kundenorientierte Segmentierung der Konzernstruktur
    • Umsetzung von Teamarbeit
    • Konzept für profitables Wachstum

Ergebnisüberblick zur Studie

Im Jahr 2009 war Deutschland von den Folgen der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit betroffen. In dieser turbulenten Zeit führte das Fraunhofer IAO die Umfrage »Wertschöpfung steigern« durch, um die Verbreitung und Ausgestaltung von Prozessoptimierungsmethoden in produzierenden Unternehmen zu analysieren. Mehr als 300 Teilnehmer, vornehmlich kleine und mittlere Unternehmen aus der Maschinenbaubranche, gaben Einblicke wie sie ihre Produktionsprozesse verbessern.

Die Studienergebnisse zeigen, dass in der Industrie eine Vielzahl von Methoden unterschiedlichster Komplexität (KVP bis Six Sigma) zum Einsatz kommen. Die Wertstrommethode rangiert hier mit 60% Anwenderquote unter den häufig genutzten Methoden. Besonders selten wird Wertstrom jedoch von Einzel- und Kleinserienfertigern verwendet, die auch deutlich schlechtere Ergebnisse in der Anwendung erzielen. Im Gegensatz dazu gelingt es Wertstromexperten, die die Methode häufig einsetzen, Bestände und Durchlaufzeiten um mehr als 30% zu verringern und dabei die Produktivität um mehr als 20% zu steigern.

Obwohl insgesamt acht von zehn Teilnehmern mit der Wertstrommethode zufrieden sind, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht alle Problemstellungen mit den bisherigen Wertstromansätzen gelöst werden können. Bleibende Herausforderungen sind die große Anzahl an Typen- und Varianten mit unterschiedlichen Abläufen und den daraus resultierenden kleinen Serien.

Um speziell diesen Herausforderungen zu begegnen entwickelte das Fraunhofer IAO die bislang bekannte Wertstrommethodik weiter. »Wertstrom Engineering« heißt nun der Schlüssel zur maßgefertigten Produktion. Auf dem Modellfabrikforum des Fraunhofer IAO im April 2010 erhalten Sie Einblicke, wie Sie mit »Wertstrom-Engineering« den Herausforderungen der Einzel- und Kleinserienfertigung systematisch begegnen können. Ein Unternehmen aus dem mittelständischen Maschinenbau zeigt dabei auf, wie »Wertstrom-Engineering« in der Praxis umgesetzt werden kann.