Rokoko

Mensch-Roboter-Kollaborationen in der Montage kooperativ und ganzheitlich gestalten (Rokoko) (erster, vorläufiger Stand der Webseite)

Das Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) der Fraunhofer Gesellschaft startet zum 01.10.2016 ein vom Bundesministerium für Forschung im Rahmen des Förderschwerpunktes „Kompetenz Montage - kollaborativ und wandlungsfähig (KoMo)“ gefördertes Vorhaben zur mitarbeitergerechten und wirtschaftlichen Gestaltung von Montagesystemen mit Leichtbaurobotern.

BMBF-Fördermaßnahme "Kompetenz Montage – kollaborativ und wandlungsfähig" (KoMo) 

Die Montage industrieller Güter hat in Deutschland einen sehr hohen Wertschöpfungsanteil am Bruttosozialprodukt. Darüber hinaus ist Deutschland im Bereich der Ausrüstung für Montage- und Handhabungstechnik weltweit einer der führenden Anbieter. Aufgrund zunehmend volatiler Märkte, individueller und komplexer Produkte sowie neuer Prozessanforderungen – z. B. durch Industrie 4.0 – ist die Montage besonderen Wandlungsanforderungen ausgesetzt. Wichtig sind deshalb die Entwicklung, Gestaltung und Einführung innovativer Systemlösungen zur Montage komplexer Stückgüter. Dabei stehen die sichere Arbeitsplatzgestaltung und die Kooperation Mensch und Roboter in der Montage im Fokus. Des Weiteren gewinnt die Wandlungsfähigkeit von Montageanlagen zunehmend an Bedeutung, um auf variierende Stückzahlen reagieren zu können und Investitionsrisiken zu minimieren. So wird es zukünftig möglich sein, mit kollaborativen und wandlungsfähigen Montagelösungen, insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen Kosten- und Effizienzvorteile zu ermöglichen und die Innovationsführerschaft deutscher Montageanlagenhersteller langfristig zu sichern.

Neue Arbeitsorganisation in der Montage – Helfer gehen zur Hand 

Die direkte Zusammenarbeit von Mensch und Roboter ohne Schutzzaun gewinnt bei der Montage variantenreicher Produkte immer mehr Bedeutung. Die neuen Automatisierungsmöglichkeiten, die sich mit kleinen, kostengünstigen Leichtbaurobotern ergeben, beinhalten jedoch das Risiko, dass ihr Einsatz ausschließlich unter technischen Gesichtspunkten erfolgt. Werden arbeitswissenschaftliche Aspekte außer Acht gelassen, kann es leicht passieren, dass das Mensch-Roboter-System nicht optimal arbeitet. Der erfolgreiche Einsatz hängt somit stark davon ab, ob die  Mitarbeiter bei der Planung und der Optimierung in  der Produktion mit einbezogen werden. Für KMU ergeben sich daher viele Fragestellungen: Welcher Robotertyp soll wo und wie zum Einsatz kommen? Wie aufwändig ist seine Inbetriebnahme und Programmierung? Wie ist die Applikation zu gestalten, dass sie vom Mitarbeiter akzeptiert, von der Berufsgenossenschaft zertifiziert wird und auch noch wirtschaftlich ist?

Zielsetzung

Zielsetzung des Forschungsprojektes Rokoko ist die Entwicklung und Erprobung von Methoden und Werkzeugen zum sicheren, wirtschaftlichen und akzeptierten Einsatz von Robotern in kollaborativen Montageumgebungen. Bei drei Unternehmen wird hierzu eine geeignete Vorgehensweise erprobt.

Aufgaben im Projekt

Die Arbeitsorganisation in der Montage mit Leichtbauroboter wird neu konzipiert, die notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt und abschließend die Wirtschaftlichkeit ermittelt. Dies wird in einer Handlungsanleitung aufbereitet. Darüber hinaus werden neue Robotergreifer, für  zwei ausgewählte Applikationen bei jeweils einem Anwender entwickelt und erprobt und durch entsprechende Sicherheitskonzepte betriebstauglich gemacht. Das Ziel dabei ist die erfolgreiche Zertifizierung der ausgewählten Montageapplikationen durch die Berufsgenossenschaft. Für die am Projekt beteiligten Systemintegratoren erweitert sich bei Erfolg ihr Produktportfolio um kollaborierende Montageumgebungen.

Das geplante Forschungsprojekt lässt somit wertvolle Impulse für Mensch-Roboter-Kollaborationen im montierenden Gewerbe Deutschlands erwarten. Für weitere potentielle Anwender entsteht eine praktikable Handlungsanweisung mit Beispielen. Herstellerunabhängige Systemintegratoren garantieren hierbei mit neuen Produkten den Erfolg.

Projektförderer und Projektträger

Das Forschungsprojekt Rokoko wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA-PFT) betreut.

Verbundpartner

Geförderte Partner des Verbundprojekts sind neben dem Fraunhofer IAO, Fraunhofer IGCV, Schnaithmann GmbH, Handling Tech - Automationssysteme GmbH, MRK-Systeme GmbH, Metabowerke GmbH, SCHUNK GmbH & Co.KG, ZF Friedrichshafen AG.